Im Frühling 2022 entstanden zwei großformatige Stickereien, die an aktuelle Themen anknüpfen. 

Der Text von Wandschoner 1  „Personen mit ansteckender Krankheit ist der Eintritt bei Strafe verboten“ greift die Beschriftung im Eingangsbereich eines Wiener Luftschutzbunkers auf, die wohl zu Zeiten des zweiten Weltkriegs dort auf der Mauer plaziert worden ist. Die Stickerei, die noch von der Corona-Pandemie beeinflusst war, wurde vor Ausbruch des Ukrainekrieges begonnen, der dann den Anlass gab Wandschoner 2 mit „How dare you, Wladimir!“ zu besticken. 
Diese Arbeit berührt im zweifachen Sinn, zum einen berührt uns ein Krieg für den es keine Aussicht auf ein baldiges Ende gibt, zum anderen ist das Trägermaterial ein ausrangiertes Leintuch das oft in Kontakt mit Körpern war, wie an den abgewetzten Stellen zu erkennen ist.
Beide Tücher sind Erbstücke meiner Großmutter, sie hat das Leinen in ihrer Jugend in ihrer früheren Heimat Jugoslawien angebaut und versponnen und in den Wirren des 2.Weltkrieges mit nach Österreich gebracht. Ich habe sie lange gelagert und wusste nicht was tun damit, doch mit Pandemie und UkraineKrieg war klar, dass ich das Leinen im Stil von Omas Wandschonern besticken und ihnen einen politischen Inhalt geben muss.

Wandschoner 1, 210 x 150 cm, Stickerei auf überbrauchtem Leinen, 2022

Wandschoner 2, 210 x 150 cm, Stickerei auf überbrauchtem Leinen, 2022