VATER UNSER, Oktober 2024
Installaltion im Kunst Klub Kräftner | Beitrag zur prekARTe 24
Siebdruck auf Baumwolle (160 x 320 cm) & Sound-Installation
Als Reaktion auf die Wahlplakate der FPÖ zur Nationalratswahl 2024 besetzt die Arbeit das Schaufenster des Kunst Klub Kräftner mit einer großen Siebdruck-Installation und einem per Bewegungsmelder ausgelösten Solo-Gesang des „Vater Unser“.
Die Formulierung „DENN MEIN IST DAS REICH“ (eine Abwandlung des Gebets) entlarvt den politischen Missbrauch religiöser Symbolik zur Stärkung von Machtansprüchen. Obwohl ich selbst nicht religiös bin, trafen diese Plakate mich emotional tief: Sie nutzen die Spiritualität nicht zur Trostspende, sondern als Instrument zur Spaltung und zur Zerstörung demokratischer Werte.
Die katholische Theologin Regina Polak beschreibt diesen Vorgang treffend als „postmoderne Dämonie“: Ein zynisches Spiel mit religiösen Assoziationen, das die ausgehöhlte Religiosität der Gesellschaft nutzt, um Machtinteressen schamlos durchzusetzen. Die Arbeit macht diese Manipulation sicht- und hörbar indem sie das Gebet in einen Kontext stellt, der seine ursprüngliche Bedeutung ins Gegenteil verkehrt.


